Warum Swarovski Nachhaltigkeit stärker mit Kennzahlen absichert

Swarovski Klimaziele Alexis Nasard

Swarovski verbindet seine Klimastrategie mit erneuerbarer Energie, recycelten Materialien und stärkerer Transparenz entlang der Wertschöpfungskette. Bild: Swarovski CEO Alexis Nasard. © Swarovski/ KI generiert

Je stärker Nachhaltigkeit über überprüfbare Kennzahlen geführt wird, desto eher kann der Fachhandel daraus Beratungssicherheit machen. Swarovski liefert nun zusätzliche Grundlagen: SBTi-validierte Ziele, reduzierte Emissionen, recycelte Materialien, Created Diamonds und konkrete Produktionsmaßnahmen.



Swarovski hat von der Science Based Targets Initiative, kurz SBTi, die Bestätigung seiner Netto-Null-Klimaziele erhalten. Wie Professional Jeweller berichtet, verpflichtet sich das Unternehmen damit, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Bis 2035 sollen die absoluten Scope-1- und Scope-2-Emissionen um 72 Prozent sowie die Scope-3-Emissionen um 65 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2019 sinken. Bis 2050 ist eine Reduktion um 90 Prozent über alle Scopes vorgesehen.

Nachhaltigkeit wird zur geprüften Kennzahl

Das zeigt, dass Nachhaltigkeit zunehmend aus der reinen Markenkommunikation herauswächst. Entscheidend wird, ob Unternehmen ihre Aussagen mit überprüfbaren Zielen, Berichten und externen Standards belegen können. Die SBTi beschreibt ihren Corporate Net-Zero Standard als Rahmen, der Unternehmen helfen soll, Netto-Null-Ziele in Übereinstimmung mit der Klimawissenschaft zu definieren. Netto Null bedeutet nach dem Standard nicht nur ein langfristiges Ziel, sondern eine starke Reduktion von Scope 1, 2 und 3 auf ein Restniveau sowie die dauerhafte Neutralisierung verbleibender Emissionen.

Swarovski-CEO Alexis Nasard wertet die Bestätigung als Nachweis, dass die Klimaambitionen des Unternehmens wissenschaftlich fundiert und durch konkrete Fortschritte gestützt seien. Laut dem Bericht von Professional Jeweller verweist Swarovski zugleich darauf, die gesamten Treibhausgasemissionen gegenüber 2019 bereits um 54 Prozent reduziert und damit ein früheres 2030-Ziel vorzeitig erreicht zu haben.

Swarovski Created Diamond Kollektionen, gefertigt mit erneuerbarer Energie // Der Swarovski Crystal SDG Pin ist ein Symbol für die Nachhaltkeitsziele der Vereinten Nationen © Swarovski

Was Swarovski bereits umgesetzt hat

Die neue SBTi-Bestätigung steht nicht isoliert. Im Nachhaltigkeitsbericht letzten Jahres meldete Swarovski bereits eine Reduktion der gesamten Treibhausgasemissionen um 46 Prozent gegenüber 2019. Gleichzeitig lag der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energiemix bei 34 Prozent, während 100 Prozent des in den eigenen Schmuckfertigungsstätten verwendeten Messings, Goldes, Palladiums und Rhodiums aus recycelten Quellen stammten. Der Anteil recycelter Basismetalle lag insgesamt bei 97 Prozent.

Auch in der Produktion wurden konkrete Maßnahmen gesetzt. Swarovski nennt im Bericht unter anderem die Elektrifizierung am Standort Wattens, einen neuen vollelektrischen Ofen, den Ersatz alter Gaskessel durch elektrische Kessel, Energieeinsparungen durch neue Abdeckungen bei heißen Bädern sowie die Umstellung von Dieselstaplern auf elektrische Modelle. Zudem wurde die Luftfracht für Waren und Materialien gegenüber 2021 um acht Prozent reduziert.

Zudem verweist die marke auf Swarovski ReCreated™ Crystals, bei denen Bruch aus dem Produktionsprozess wieder eingeschmolzen und neu genutzt wird. Ziel ist es, Abfall zu reduzieren und Material im Kreislauf zu halten.

Auch im Retail-Bereich wurden Schritte gesetzt. Das New Yorker Flagship Swarovski on Fifth erhielt 2024 die LEED-Platinum-Zertifizierung, die laut Swarovski die höchste Stufe für Nachhaltigkeit und Umweltleistung bei Gebäuden darstellt.

Chroma Twist-Kollektion, die auf Kreislaufwirtschaft setzt // Swarovski optimiert Verpackungen, in dem sich recycelbar, leichter und einfacher wiederverwendbar werden © Swarovski

LAB Diamanten als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie

Besonders relevant für Juweliere ist Swarovskis Ausbau im Bereich Created Diamonds. Swarovski führt die Galaxy Collection seit 2023, die Eternity Collection seit 2024 und die Octagon Collection seit 2025, alle sind mit Created Diamonds umgesetzt. Nach Unternehmensangaben werden diese LAB Diamanten sowie der dazugehörige Schmuck mit 100 Prozent erneuerbarer Energie hergestellt und aus 100 Prozent recyceltem Gold und Silber gefertigt.

Damit verbindet Swarovski zwei Entwicklungen, die auch im Fachhandel zunehmend an Bedeutung gewinnen: einerseits die steigende Nachfrage nach nachvollziehbaren Materialangaben, andererseits die Notwendigkeit, LAB Diamanten nicht nur über Preis und Größe zu erklären. Für das Verkaufsgespräch entsteht dadurch eine zusätzliche Argumentationslinie, nämlich Herkunft, Energieeinsatz und Materialkreislauf.

Swarovski Klimaziele Nachhaltigkeit Strategie
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