Felix Köck, Geschäftsführer von VON KÖCK, und das Geschäft am Wiener Graben. © VON KÖCK
Felix Köck, Geschäftsführer von VON KÖCK, hat sich bewusst dafür entschieden, das Geschäftsmodell frühzeitig neu auszurichten. Statt abzuwarten, wie große Uhrenmarken ihren Vertrieb künftig organisieren, setzt das Wiener Familienunternehmen verstärkt auf eigenen Schmuck und eine klare Markenidentität. Warum Köck die Initiative selbst ergriffen hat und welche strategischen Überlegungen hinter dem Kurswechsel stehen, erklärt er im fünften Teil unserer fünfteiligen Interviewserie.
Für Felix Köck war die Neuausrichtung von VON KÖCK keine Reaktion auf eine einzelne Veränderung, sondern eine strategische Entscheidung für die Zukunft. Der Geschäftsführer sieht den klassischen Multibrand-Handel vor einem grundlegenden Wandel. Große Uhrenhersteller investieren zunehmend in eigene Boutiquen und wollen ihre Marken selbst präsentieren. Für familiengeführte Juweliere entsteht dadurch das Risiko, dass langjährige Partnerschaften an Bedeutung verlieren oder Vertriebsstrukturen verändert werden.
Köck wollte nicht warten, bis diese Entwicklung das eigene Unternehmen unmittelbar betrifft. „Darauf warte ich nicht. Ganz sicher nicht“, sagt er mit Blick auf die Möglichkeit, dass Hersteller künftig stärker auf ihre eigenen Geschäfte setzen. Für ihn wäre es der falsche Weg, erst dann nach Alternativen zu suchen, wenn wichtige Marken wegfallen. Stattdessen sollte VON KÖCK rechtzeitig ein Geschäftsmodell entwickeln, das weniger von den Entscheidungen anderer Unternehmen abhängig ist.
Die Grundlage dafür war bereits vorhanden. Schmuck hatte in den vergangenen Jahren sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig beanspruchte das Uhrengeschäft weiterhin viel Fläche und Ressourcen. Für Köck ergab sich daraus die Frage, ob die bisherige Gewichtung noch sinnvoll war. Die Entscheidung, den Schwerpunkt stärker auf Schmuck zu legen, folgt deshalb nicht allein einer Marktprognose, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung des eigenen Hauses.
Ein wesentlicher Baustein ist der Ausbau des eigenen Angebots. VON KÖCK will Schmuck nicht nur zukaufen und weiterverkaufen, sondern die Auswahl der Edelsteine, die Gestaltung und die eigene Handschrift stärker kontrollieren. Damit soll ein Profil entstehen, das nicht von einzelnen Fremdmarken abhängig ist. Kunden sollen VON KÖCK als eigenständige Marke wahrnehmen und das Haus gezielt wegen seiner Schmuckkompetenz, seiner Kreationen und seiner Beratung besuchen.

Der Beratungsbereich im Geschäft von VON KÖCK am Wiener Graben. © VON KÖCK
Der Kurswechsel ist damit auch eine Antwort auf die Frage, wie sich ein familiengeführter Juwelier langfristig im Wettbewerb behaupten kann. Köck setzt darauf, die eigene Zukunft aktiv zu gestalten, statt auf Entscheidungen der Hersteller angewiesen zu sein. VON KÖCK hat den Wandel nicht abgewartet, sondern bereits begonnen, das eigene Geschäftsmodell entsprechend auszurichten.
Lesen Sie hier den ersten Teil: Juwelier VonKöck beendet die Ära der Uhren und listet alle Uhren aus – Teil 1
Lesen Sie hier den zweiten Teil: Felix Köck erwartet Stillstand im Neuuhrengeschäft – Teil 2
Lesen Sie hier den dritten Teil: VON KÖCK entwickelt sich vom Händler zur eigenen Schmuckmarke – Teil 3
Lesen Sie hier den vierten Teil: VON KÖCK stellt die eigene Marke ins Zentrum – Teil 4













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