Felix Köck und Nattaya Englinger Köck, Geschäftsführer von VON KÖCK, setzen gemeinsam auf eigene Schmuckkreationen, ausgewählte Edelsteine und eine unverwechselbare Designsprache. © VON KÖCK
Felix Köck, Geschäftsführer von VON KÖCK, setzt bewusst auf den eigenen Namen statt auf Marken-Corner einzelner Uhrenhersteller. Warum das Wiener Traditionshaus seine Identität in den Mittelpunkt stellt und Kunden gezielt wegen VON KÖCK kommen sollen, erklärt der vierte Teil unserer fünfteiligen Interviewserie.
Wer das Geschäft von VON KÖCK am Wiener Graben betritt, soll vor allem eines wahrnehmen: das Haus selbst. Statt einzelne Uhrenmarken mit eigenen Flächen und Markenwelten in den Mittelpunkt zu stellen, hat sich das Unternehmen bewusst für einen anderen Weg entschieden. Der eigene Name, das Sortiment und die gestalterische Handschrift sollen das Erlebnis prägen. Für Felix Köck ist diese Entscheidung eng mit der Frage verbunden, wofür ein Juwelier heute stehen will und wie er sich langfristig im Markt positioniert.
EIN KLARES PROFIL STATT VIELER MARKEN
„Der Kunde muss ganz genau wissen, wofür eine Firma, wofür eine Marke steht“, erklärt Köck. Aus seiner Sicht reicht es nicht mehr, möglichst viele unterschiedliche Marken anzubieten und damit ein breites Sortiment abzudecken. Wer selbst als Marke wahrgenommen werden will, brauche ein klares Profil. VON KÖCK will deshalb nicht einfach als Verkaufsfläche für verschiedene Hersteller auftreten, sondern mit einer eigenen Identität verbunden werden. Kunden sollen gezielt wegen des Hauses kommen und nicht ausschließlich, weil sie eine bestimmte Uhrenmarke suchen.
SCHMUCK GEWINNT AN GEWICHT
Die Entscheidung hat auch wirtschaftliche Gründe. In den vergangenen Jahren hat Schmuck bei VON KÖCK sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis deutlich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig beanspruchte das Uhrengeschäft weiterhin viel Platz und Ressourcen. Für Köck stellte sich deshalb die Frage, ob die bisherige Gewichtung noch zur tatsächlichen Entwicklung des Unternehmens und zu dessen Zukunftsplänen passt. Die Konzentration auf Schmuck und eigene Kreationen ist für ihn eine strategische Konsequenz aus dieser Entwicklung.
Schmuck von VON KÖCK: Solitärring, Collier und Ohrringe. © VON KÖCK
UMBAU UND POSITIONIERUNG
Der Umbau des Geschäfts am Graben war ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg. Die Planung und Umsetzung erstreckten sich über fünf Jahre. Ursprünglich hatten Felix Köck und sein Vater den Prozess gemeinsam mit Architekten begonnen. Nach einer grundlegenden Neuausrichtung übernahmen Felix Köck und seine Frau Nattaya die weitere Gestaltung und entwickelten das Konzept weitgehend neu. Vom Boden über die Wände bis zur gesamten Raumgestaltung wurde das Geschäft neu gedacht. Köck betont dabei ausdrücklich die Rolle seiner Frau, ohne deren Beitrag das Ergebnis in dieser Form nicht möglich gewesen wäre.

Das Geschäft von VON KÖCK am Wiener Graben. © VON KÖCK
Auch die Positionierung des Hauses soll sich von der anderer Juweliere unterscheiden. Köck beschreibt VON KÖCK als moderne, dynamische Marke im oberen Luxussegment. Design, Qualität, die Herkunft der Edelsteine und das Besondere der Schmuckstücke sollen dabei zentrale Rollen spielen. Das Unternehmen will nicht nur Produkte anbieten, sondern eine eigene Handschrift entwickeln, an der Kunden VON KÖCK erkennen und mit der sie das Haus verbinden.
Für den Geschäftsführer ist die eigene Marke damit weit mehr als eine Frage des Auftritts. In einem Markt, in dem Hersteller zunehmend eigene Boutiquen eröffnen und den direkten Kontakt zu ihren Kunden suchen, soll ein klares Profil die Grundlage für die Zukunft des Familienunternehmens bilden. VON KÖCK setzt deshalb auf einen eigenständigen Weg: weniger Abhängigkeit von fremden Markenwelten und mehr Gewicht für den eigenen Namen, das eigene Schmuckangebot und die eigene gestalterische Identität.
Lesen Sie hier den ersten Teil: Juwelier VonKöck beendet die Ära der Uhren und listet alle Uhren aus – Teil 1
Lesen Sie hier den zweiten Teil: Felix Köck erwartet Stillstand im Neuuhrengeschäft – Teil 2
Lesen Sie hier den dritten Teil: VON KÖCK entwickelt sich vom Händler zur eigenen Schmuckmarke – Teil 3













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