Juwelier VonKöck beendet die Ära der Uhren und listet alle Uhren aus – Teil 1

VON KÖCK Geschäftsführer, Felix Köck erklärt, weshalb er auf Edelsteinexpertise, individuelle Schmuckstücke und eigene Kollektionen setzt. © VON KÖCK

Der Wiener Juwelier VON KÖCK richtet sein Geschäftsmodell neu aus. Für Felix Köck ist das auch eine Antwort auf die strukturellen Veränderungen im Uhrenhandel. Er ist überzeugt, dass große Marken in den kommenden Jahren verstärkt auf eigene Boutiquen setzen und der klassische, familiengeführte Multibrand-Handel dadurch unter Druck gerät. Im ersten Teil unserer fünfteiligen Serie erklärt Köck, warum er diese Entwicklung erwartet und weshalb VON KÖCK bereits heute einen eigenen Weg einschlägt.



„Ich bin fest davon überzeugt, dass es in Städten wie Wien, London oder München in den nächsten fünf bis sieben Jahren keine klassischen Multibrand-Händler mehr geben wird“, sagt Köck im Interview mit DerJuwelier.at. Große Uhrenmarken bauen eigene Boutiquen auf und wollen den direkten Kontakt zu ihren Kunden kontrollieren. Für den Hersteller bringt das klare Vorteile: Er steuert das Markenerlebnis, erhält Kundendaten und kontrolliert den Vertrieb stärker selbst.

FACHHANDEL UNTER ZUGZWANG

Für unabhängige Juweliere entsteht dadurch eine strategische Herausforderung. Selbst langjährige Partnerschaften bieten keine Garantie dafür, dass eine Marke dauerhaft im Sortiment bleibt. Köck will deshalb nicht darauf warten, dass Hersteller ihre Vertriebsstrategie ändern und Händler dadurch unter Zugzwang geraten. Für ihn geht es darum, rechtzeitig eine Alternative aufzubauen, statt erst dann nach Lösungen zu suchen, wenn wichtige Marken wegfallen.

Felix Köck erklärt, weshalb er auf Edelsteinexpertise, individuelle Schmuckstücke und eigene Kollektionen setzt. © DER JUWELIER, VON KÖCK

VON KÖCK DISTANZIERT SICH VOM UHRENMARKT

VON KÖCK hat diesen Weg bereits eingeschlagen. Mit dem Umbau des Geschäfts am Wiener Graben begann vor einigen Jahren die stärkere Konzentration auf den eigenen Namen und das eigene Profil. Statt eigene Flächen für einzelne Uhrenmarken zu schaffen, sollte das Haus selbst zur Marke werden. „Wir sind den ersten Schritt gegangen“, erklärt Köck. Die Kunden sollen bewusst zu VON KÖCK kommen und nicht ausschließlich, weil sie eine bestimmte Uhrenmarke suchen.

VON KÖCK ALS EIGENE SCHMUCKMARKE

Die Konsequenz ist eine stärkere Ausrichtung auf eigenen Schmuck. Für Köck liegt darin eine Antwort auf die Veränderungen im Fachhandel: Wer unabhängiger von den Vertriebsentscheidungen großer Hersteller werden will, muss ein eigenes Angebot und eine erkennbare Identität entwickeln. VON KÖCK will diese Entwicklung nicht abwarten, sondern aktiv selbst gestalten.

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