Rolex baut Dominanz aus: Weniger Uhren, höhere Preise

Rolex baut Dominanz aus

Der stabile Werterhalt vieler Modelle stärkt die Nachfrage nach Uhren von © Rolex.

Die Schweizer Uhrenindustrie verkauft deutlich weniger Uhren als noch vor zehn Jahren. Gleichzeitig steigen Preise und Umsatz im Luxussegment. Besonders profitiert davon Rolex. Die Genfer Marke baut ihre Marktstellung weiter aus – während der Rückgang der Stückzahlen vor allem Zulieferbetriebe unter Druck setzt.



Nach Daten der Fédération de l'industrie horlogère suisse lagen die Uhrenexporte im Januar 2026 rund 3,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Noch deutlicher wird der Trend bei den Stückzahlen: 2015 exportierte die Schweiz rund 28 Millionen Uhren, 2025 waren es nur noch etwa 14 Millionen. Besonders stark brachen Quarzuhren ein, doch auch mechanische Modelle verloren rund ein Drittel ihres Volumens. Der Markt entwickelt sich damit weg vom Massenprodukt hin zu hochpreisigen Luxusuhren.

Luxussegment treibt das Wachstum

Laut einer Analyse von Morgan Stanley entfallen mittlerweile rund 37 Prozent des Exportwerts auf Uhren mit Preisen über 50.000 Franken. Dieses Segment umfasst lediglich rund 1,4 Prozent der exportierten Stückzahlen, generierte jedoch 2025 rund 89 Prozent des Wertwachstums. Rolex gehört zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung. Nach Schätzungen von Morgan Stanley erzielt die Marke inzwischen mehr Umsatz als die vier nächstgrößten Marken zusammen: Cartier, Audemars Piguet, Patek Philippe und Omega.

Schweizer Uhrenexporte Rückläufig
Quelle: © Fédération Horlogère

Zulieferer leiden unter sinkenden Volumen

Der Rückgang der Stückzahlen trifft vor allem Zulieferbetriebe der Schweizer Uhrenindustrie. Ihre Geschäftsmodelle basieren auf Serienproduktionen für Modelle im mittleren Preissegment – nicht auf wenigen Ultraluxusuhren. Branchenvertreter berichten seit längerem von deutlich gesunkenen Bestellungen. Selbst langfristige Lieferverträge würden teilweise nicht eingehalten. Für viele Betriebe bleiben nur Kurzarbeit oder Stellenabbau. Tatsächlich sank die Beschäftigung in der Schweizer Uhrenbranche 2025 erstmals seit der Pandemie. Rund 835 Stellen gingen verloren, ein Minus von etwa 1,3 Prozent.

Viele Uhrenmodelle sind teurer geworden
Quelle: © NZZ / Mussler

Werterhalt wird zum Kaufargument

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Rolex ist der stabile Wiederverkaufswert. Laut Morgan Stanley wird fast die Hälfte der gebrauchten Rolex-Uhren über dem ursprünglichen Listenpreis gehandelt, die übrigen verlieren meist weniger als 20 Prozent ihres Wertes. Gerade jüngere Käufer achten zunehmend auf diesen Werterhalt. Studien von McKinsey & Company zeigen, dass Luxusuhren für viele Kunden nicht nur Leidenschaft, sondern auch Investment sind.

Rolex hat den Gebrauchtmarkt früh in seine Strategie integriert. Über autorisierte Händler werden geprüfte Uhren mit Echtheitszertifikat und Garantie als „Certified Pre-Owned“ verkauft. Nach Schätzungen der Schweizer Bank Vontobel erreicht dieses Geschäft inzwischen rund 500 Millionen Franken Umsatz jährlich.

Rolex CPO
Der kontrollierte Secondhand-Markt mit zertifizierten Gebrauchtuhren wird für Rolex zu einem Wettbewerbsvorteil. © Rolex
Rolex weniger Uhren höhere Preise DJ
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