„Glanzstücke“ im MAK bringt Haute Joaillerie von Van Cleef & Arpels mit Meisterwerken der MAK Sammlung in einen Dialog. © MAK
Im Sommer 2026 wird Wien zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Begegnung von Haute Joaillerie und Designgeschichte. Das MAK zeigt vom 10. Juni bis 27. September 2026 die Ausstellung „Glanzstücke. Van Cleef & Arpels High Jewelry × Masterpieces from the MAK Collection“. Die Schau zeigt, wie Schmuck über Herkunft, Handwerk, Gestaltung und Geschichte vermittelt werden kann.
Rund 500 Exponate treten in der Ausstellung miteinander in Dialog. Etwa 300 Stücke stammen aus der Patrimonial Collection von Van Cleef & Arpels, ergänzt durch rund 200 Objekte aus der MAK Sammlung. Dazu zählen historische Textilien, kunsthandwerkliche Arbeiten und Entwürfe der Wiener Werkstätte. Dadurch entsteht ein weiter Bogen von angewandter Kunst bis zur Haute Joaillerie.
Sechs Themenwelten, ein starker Zugang
Die Ausstellung gliedert sich in sechs Kapitel: Fernweh, Architektur, Rhythmus, Bühne frei!, Metamorphose sowie Natur & Kosmos. Die von Atelier Tsuyoshi Tane Architects entworfene Szenografie führt durch einen Parcours, in dem Parallelen zwischen Schmuck, Mode, Architektur und Design sichtbar werden.
Für den Fachhandel ist dieser Ansatz interessant. Kunden kaufen hochwertige Schmuckstücke selten nur wegen Material und Preis. Sie reagieren auf Geschichten, Motive, Symbolik und persönliche Bezüge. Eben diese Verbindung macht die Ausstellung deutlich. Schmuck wird nicht als isoliertes Objekt gezeigt, sondern als Ausdruck von Gestaltungskraft und handwerklicher Kompetenz.
Handwerk als Verkaufsargument
Zu den Exponaten zählen ikonische Arbeiten von Van Cleef & Arpels, darunter die Minaudière aus den 1930er Jahren und das Zip Collier, das sich in ein Armband verwandeln lässt. Auch die Mystery Set Technik wird sichtbar, bei der Edelsteine so gefasst werden, dass die Goldstruktur verborgen bleibt. Solche Beispiele zeigen, wie technische Innovation, Materialverständnis und Design eine eigene Wertigkeit schaffen.
Wiener Designgeschichte trifft Place Vendôme
Besonders spannend ist der lokale Bezug. Die MAK Sammlung bringt Wiener Gestaltungstradition in den Dialog mit einem der bekanntesten Häuser der internationalen Schmuckkunst. Entwürfe der Wiener Werkstätte, historische Textilien und kunsthandwerkliche Objekte zeigen, dass Schmuck immer auch Teil einer größeren Designkultur ist.
Für österreichische Juweliere kann „Glanzstücke“ deshalb auch als Anstoß dienen, das eigene Sortiment stärker über Bedeutung und Kontext zu präsentieren. Sichtbarkeit am POS, Beratungskompetenz und erzählerische Tiefe gewinnen weiter an Bedeutung. Wer Schmuck erklären kann, verkauft nicht nur ein Produkt. Er vermittelt Wert, Herkunft und Beständigkeit.
„Glanzstücke“ ist damit keine klassische Schmuckschau allein. Die Ausstellung zeigt, wie stark Schmuck wirkt, wenn Handwerk, Design und Kultur gemeinsam erzählt werden. Für den stationären Fachhandel ist das ein relevanter Hinweis: Gute Beratung macht aus einem Schmuckstück ein Objekt mit Bedeutung.












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