Bernard Arnault machte auf der Hauptversammlung deutlich, dass ein Führungswechsel derzeit nicht ansteht. © LVMH
Bei der Hauptversammlung von LVMH am 22. April 2026 im Carrousel du Louvre stand zwar erneut die Frage nach der künftigen Führungsstruktur im Raum, doch für die Uhren- und Schmuckbranche waren vor allem die operativen Indizien entscheidend: Der Konzern hält an Bernard Arnault fest und konnte im Bereich Watches & Jewelry zuletzt sowohl 2025 als auch zum Jahresauftakt 2026 Wachstum vorweisen.
Arnault bleibt der zentrale Taktgeber
Die Hauptversammlung machte vor allem eines deutlich: An der Spitze des Konzerns ist kurzfristig keine Veränderung erkennbar. Für den Markt ist das relevant, weil LVMH mit seinen Uhren- und Schmuckhäusern zu den prägenden Akteuren im internationalen Luxussegment zählt. Zum Portfolio gehören unter anderem Tiffany & Co., Bvlgari, Chaumet, TAG Heuer, Hublot, Zenith, Fred, Repossi und L’Epée 1839.
Watches & Jewelry sendet die stärkeren Kennzahlen
Während andere Konzernbereiche zuletzt unter anspruchsvolleren Marktbedingungen standen, präsentierte sich die Sparte Watches & Jewelry robuster. Für das Gesamtjahr 2025 meldete LVMH in diesem Geschäftsfeld ein organisches Umsatzplus von 3 Prozent, bei einem nur leicht rückläufigen operativen Ergebnis. Im ersten Quartal 2026 beschleunigte sich das Wachstum sogar auf organisch 7 Prozent. Damit gehört die Sparte aktuell zu den stabileren Wachstumsträgern innerhalb des Konzerns.

Tiffany und Bulgari treiben das Bild
Besonders stark hob LVMH zuletzt Tiffany & Co. hervor. Das Haus profitierte laut Konzern von der weiteren Modernisierung seines Filialnetzes und von starken ikonischen Linien wie HardWear, Knot und Bird on a Rock. Für das erste Quartal 2026 sprach LVMH von einer exzellenten Entwicklung. Auch Bvlgari wurde als Wachstumstreiber genannt, gestützt durch High Jewelry, Prestigeuhren sowie Linien wie Serpenti und Tubogas. Chaumet profitierte von der Expansion von Bee de Chaumet.
Andere Sparten liefen zuletzt verhaltener
Im Vergleich dazu wird die Bedeutung von Uhren und Schmuck noch klarer. Im ersten Quartal 2026 lag Fashion & Leather Goods organisch 2 Prozent unter Vorjahr, Perfumes & Cosmetics blieb stabil und Selective Retailing wuchs um 4 Prozent. Wines & Spirits legte zwar um 5 Prozent zu, hatte 2025 jedoch ein deutlich schwierigeres Jahr mit rückläufiger Nachfrage und entsprechend schwächerer Entwicklung hinter sich.

Auch die Watch Division bleibt sichtbar
Für den Uhrensektor ist zudem wichtig, dass LVMH seine Watchmaking-Maisons 2026 weiter stark inszeniert. Bei der LVMH Watch Week in Mailand traten neun Uhrenhäuser des Konzerns auf; bei Watches and Wonders standen erneut mehrere Marken der Gruppe im Schaufenster. Das unterstreicht, dass LVMH seine Uhrenaktivitäten nicht nur verwaltet, sondern konsequent sichtbar hält. Diese Einordnung ist eine Schlussfolgerung aus der konzernweiten Markenpräsenz und den offiziellen Kommunikationsschwerpunkten.
Zweite Generation sichtbar, aber ohne Machtwechsel
Dass mehrere Mitglieder der Familie Arnault inzwischen operativ in wichtigen Häusern oder Divisionen aktiv sind, verstärkt zwar den Eindruck einer langfristig vorbereiteten nächsten Generation. Die Hauptversammlung sendete jedoch kein Zeichen eines bevorstehenden Führungswechsels. Für die Branche bedeutet das vorerst Kontinuität: strategisch bleibt Bernard Arnault die zentrale Figur, operativ aber gewinnt die nächste Generation weiter an Präsenz. Gerade für Uhren und Schmuck spricht vieles dafür, dass LVMH diesen Bereich auch künftig als eines der sichtbarsten und international wirksamsten Segmente des Konzerns positionieren wird. Diese Schlussfolgerung stützt sich auf Portfolio, jüngste Geschäftszahlen und die anhaltende Sichtbarkeit der Sparte in den offiziellen Konzernveröffentlichungen.













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