Alexander Schmidt: „Wenn das Umfeld nicht stimmt, wirkt auch die Ware weniger attraktiv!“ (Teil 2)

Alexander Schmidt. Unternehmensberater für strukturierte Geschäftsabschlüsse und professionelle Räumungen im deutschen Juwelierfachhandel © Schmidt

Geschäftsaufgaben, Generationswechsel und strategische Neuausrichtungen prägen derzeit viele Gespräche in der Branche. Auf der Inhorgenta 2026 zeigt sich deutlich, dass zahlreiche Juweliere ihre Zukunft neu bewerten müssen. Alexander Schmidt begleitet seit Jahren Händler in genau diesen Situationen. Im Interview spricht er über typische Auslöser für Geschäftsaufgaben, warum professionelle Räumungsverkäufe anders funktionieren als klassische Rabattaktionen und welche Entwicklungen er für den Fachhandel in den nächsten Jahren erwartet. Hier können Sie den ersten Teil des Interviews nachlesen.  



Blickpunkt•Juwelier: Wo unterschätzen Händler den Prozess eines Räumungsverkaufs am meisten?

ALEXANDER SCHMIDT (Unternehmensberater): Vor allem beim Arbeitsaufwand. Viele Händler unterschätzen, wie viel Arbeit tatsächlich dahintersteckt. Wenn ein Räumungsverkauf professionell organisiert ist, kann das Geschäft plötzlich sehr stark frequentiert sein. Dann verkauft man den ganzen Tag, gleichzeitig kommen Kunden mit Reparaturen oder anderen Anliegen. Ohne ausreichende Vorbereitung und Personal kann das für ein Geschäft schnell sehr anspruchsvoll werden.

Blickpunkt•Juwelier: Wie viel Vorlauf braucht ein seriös geplanter Räumungsverkauf tatsächlich?

ALEXANDER SCHMIDT (Unternehmensberater): Idealerweise vier Wochen, mehr Vorlauf ist natürlich noch besser. Manchmal geht es auch schneller, wir haben auch schon Fälle in zwei Wochen vorbereitet. Aber ich halte das nicht für optimal. Wenn man mehr Zeit hat, kann man die Maßnahmen sauber vorbereiten und den Ablauf besser planen. Außerdem kommt es auch darauf an, ob Mitarbeiter verfügbar sind, die den Verkauf vor Ort unterstützen können.

Alexander Schmidt begleitet seit Jahren Händler in genau diesen Situationen. © Schmidt

Blickpunkt•Juwelier: Welche Rolle spielt der Marketingmix – funktioniert klassische Werbung überhaupt noch?

ALEXANDER SCHMIDT (Unternehmensberater): Ja, und zwar mehr, als viele denken. Besonders Print funktioniert nach wie vor sehr gut. Viele Kunden sagen ganz konkret, dass sie wegen einer Anzeige in der Zeitung gekommen sind. Wenn man auf Werbung komplett verzichtet, kann ein Räumungsverkauf schnell einbrechen. Deshalb ist es wichtig, verschiedene Kanäle zu nutzen – Print, Radio oder andere Medien – damit der Verkauf über die gesamte Laufzeit hinweg sichtbar bleibt.

Blickpunkt•Juwelier: Was raten Sie Händlern grundsätzlich, wenn sie ihr Geschäft langfristig erfolgreich führen wollen?

ALEXANDER SCHMIDT (Unternehmensberater): Wer Schmuck verkauft, verkauft etwas Schönes und dafür braucht man auch ein entsprechendes Umfeld. Ein Laden, der noch aussieht wie 1990, passt heute einfach nicht mehr zu dem Anspruch, den Kunden haben. Das wird oft unterschätzt. Wenn das Umfeld nicht stimmt, wirkt auch die Ware weniger attraktiv. Händler müssen deshalb regelmäßig prüfen, ob ihr Geschäft noch zeitgemäß ist und zum Sortiment passt.

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ALEXANDER SCHMIDT Ob eine Geschäftsaufgabe, Umbau, eine Nachfolgersuche oder ein Neustart, Alexander Schmidt und sein Team fokussieren auf den finanziellen Erfolg Ihres Projekts. Als erster der Branche setzte er auf...

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