Oroarezzo 2026 will Hersteller und Einkäufer nicht nur zusammenbringen, sondern der Schmuckbranche auch mehr Orientierung in einem veränderten Exportumfeld geben. © Oroarezzo
Oroarezzo 2026 will nicht nur Geschäft vermitteln, sondern Unternehmen der Schmuckfertigung konkrete Orientierung in einem veränderten Exportumfeld geben. Die von der Italian Exhibition Group organisierte Messe findet vom 9. bis 12. Mai in Arezzo statt und setzt auf zwei Hebel zugleich: qualifizierte internationale Einkäufer und ein neues Konferenzformat zu Märkten, Lieferketten, Zöllen und Freihandel.
Exportmärkte verschieben sich
Zwischen 2024 und 2025 hat sich das Gewicht der wichtigsten Exportmärkte für italienischen Gold und Schmuckschmuck spürbar verschoben. Laut Oroarezzo gewannen die Europäische Union, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Schweiz an Bedeutung, während die USA stabil blieben. Die Nachfrage aus der Türkei halbierte sich, auch wenn das Land weiter zu den wichtigsten Zielländern für Made in Italy gehört. Für Hersteller ist das eine klare Botschaft: Die internationale Nachfrage bleibt da, verteilt sich aber anders.
Käuferprogramm mit klarer Zielrichtung
IEG arbeitet gemeinsam mit der Italian Trade Agency an einer Hosted Buyer Delegation, die das Verhältnis zwischen Einkäufern und Ausstellern weiter eng halten soll. 2025 verzeichnete Oroarezzo mehr als 370 Aussteller und rund 400 Hosted Buyer. 2026 soll diese Größenordnung mindestens gehalten werden. Der Schwerpunkt liegt auf etablierten Zielmärkten wie den USA und den Emiraten, gleichzeitig wird Europa gestärkt und Asien gezielt mit Japan und China adressiert. Hinzu kommen Käufer aus Brasilien, Mexiko und Panama. Aktuell kommen registrierte Gastbuyer laut Oroarezzo aus 49 Ländern.

Erstmals mit internationalem Kongress
Neu ist 2026 der internationale Kongress The Global Outlook 2026: jewellery global markets and concrete tools for business growth am 11. Mai. Im Mittelpunkt stehen die Perspektiven des EU Indien Abkommens, die möglichen Effekte eines Freihandels mit dem Mercosur Raum, die Rolle von Frankreich und der Schweiz als Zentren großer Marken, die Neuordnung der Lieferketten zwischen den USA und Kanada sowie die Chancen des afrikanischen Kontinents. Für die Fertigung in Arezzo und darüber hinaus ist das relevant, weil Wettbewerbsfähigkeit heute stärker denn je von Marktkenntnis, Zollfragen und Supply Chain Entscheidungen abhängt.
Matteo Farsura, bei IEG für die Jewelry Messen verantwortlich, formuliert den Anspruch klar. Märkte änderten sich, das Interesse an italienischem Gold und Schmuck lasse aber nicht nach. Es sei nicht die Zeit, auf Veränderung zu warten, man müsse sie gemeinsam gestalten. Damit beschreibt Oroarezzo 2026 ziemlich genau seine neue Rolle: weniger reine Ordermesse, stärker Arbeitsplattform für Unternehmen, die in einem unsicheren Umfeld neue Wege suchen.
Werkzeuge für die Branche
Auch für Juweliere und Fachhändler ist diese Entwicklung relevant. Oroarezzo bleibt eine Fertigungsmesse, aber eben dort entstehen die Kollektionen, Private Label Lösungen und Lieferbeziehungen, die später im Handel ankommen. Wenn die Messe stärker auf Exportmärkte, Daten, Freihandel und Lieferketten fokussiert, dann geht es letztlich auch um Verfügbarkeit, Kalkulationssicherheit und neue Sortimentsimpulse für den europäischen Markt. Oroarezzo 2026 reagiert damit auf eine Branche, die internationaler denken muss und zugleich konkretere Werkzeuge verlangt.













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