Innenstadtlagen mit hoher Frequenz und guter touristischer Anbindung erweisen sich immer noch als besonders robust. © Shutterstock
Der österreichische Einzelhandel wächst nur moderat, doch die Bedeutung zentraler Lagen nimmt weiter zu. Eine aktuelle EHL-Marktanalyse zeigt, dass Qualität, Nutzungsmix und touristische Frequenz für stationäre Geschäfte wichtiger werden. Für Juweliere ergeben sich daraus klare Anforderungen an Standort, Positionierung und Vertragsgestaltung.
Stabile Umsätze bei veränderter Nachfrage
Der österreichische Einzelhandel erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 80 Milliarden Euro und wuchs real leicht. Das Weihnachtsgeschäft brachte zusätzliche Impulse, dennoch bleibt die Dynamik insgesamt verhalten. Konsumenten investieren zunehmend in Erlebnisse, Dienstleistungen und Reisen, während klassische Non Food Segmente Marktanteile verlieren. Hochwertiger Schmuck benötigt daher ein Umfeld, das Beratung, Anlass und Aufenthaltsqualität vereint.
Strukturwandel statt Bedeutungsverlust
Der stationäre Handel befindet sich in einer Neuausrichtung. Laut der EHL Immobilien Gruppe gewinnen Qualität, Erlebnischarakter und flexible Konzepte an Bedeutung. Besonders innerstädtische Lagen mit hoher Frequenz und guter Erreichbarkeit behaupten ihre Rolle als Rückgrat des Handels, da sie unterschiedliche Zielgruppen bündeln und stabile Nachfrage sichern.
Tourismus als zentraler Impuls
Der Städtetourismus stärkt vor allem Wien, aber auch Städte wie Salzburg. Internationale Gäste aus den USA und aus asiatischen Märkten treiben insbesondere das Premium und Luxussegment. In guten Lagen lassen sich Geschäftsflächen weiterhin rasch vermieten, sofern Gebäudequalität und Nutzungskonzepte zeitgemäß sind. Für Juweliere erhöht touristische Frequenz die Sichtbarkeit und Nachfrage nach hochwertigen Produkten.

Polarisierung im Mietermix
Im Mietergefüge zeigt sich eine klare Verschiebung. Mode und Schuhhandel verlieren Flächen, während Diskonter, Gastronomie, Dienstleistungen und Luxusmarken expandieren. Anbieter im mittleren Segment geraten unter Druck, wenn ihnen ein klares Profil fehlt. Für Juweliere wächst damit die Bedeutung einer eindeutigen Positionierung als Qualitäts und Kompetenzanbieter.
Flexible Nutzung und neue Mietmodelle
Leerstände werden zunehmend durch Gastronomie, Freizeit, Gesundheits und Beauty Konzepte ersetzt. Eigentümer investieren stärker in Gebäudequalität, flexible Grundrisse und nachhaltige Ausstattung. Gleichzeitig verändern sich Mietverträge. Kürzere Laufzeiten, umsatzabhängige Mieten und flexiblere Vertragsmodelle nehmen zu, bei gleichzeitig höheren Anforderungen an Bonität und Planungssicherheit.
Für österreichische Juweliere bleiben also zentrale Innenstadtlagen, touristische Frequenz und ein hochwertiges Umfeld zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer sein Geschäft klar positioniert und als Erlebnis und Beratungsort versteht, kann den Strukturwandel aktiv für sich nutzen. (Quelle: Leadersnet/ EHL)













Keine Kommentare