Home Invasion bei Juwelier Nadler – Verdächtiger ausgeliefert

Knapp drei Monate nach der spektakulären Home Invasion bei der Juwelierfamilie Nadler in Salzburg wurde Anfang November ein Verdächtiger in Prag gefasst – und nun nach Österreich ausgeliefert.


Umfangreiche Ermittlungen hatten die Ermittler auf eine Spur nach Prag geführt. Durch einen DNA-Abgleich und die Auswertung von gesichertem Videomaterial sei man dem 42-jährigen Tschechen auf die Spur gekommen, erklärte Landespolizeikommandant Franz Ruf im November nach der Festnahme. Der Verdächtige ist zweifach vorbestraft – zehn Jahre Haft wegen bewaffneten Banküberfalls und acht Jahre wegen Einbruchs. Die Polizei geht von „mindestens zwei“ weiteren Tätern aus, zu denen es bereits gute Ermittlungsansätze gebe.

Über den Beschuldigten wurde nun in Salzburg die Untersuchungshaft verhängt. “Es laufen noch umfangreiche Ermittlungen zur Komplizenfrage”, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Christoph Rother. Dem Verdächtigen werden schwerer Raub, schwere Nötigung, Brandstiftung – und als schwerstes Delikt – erpresserische Entführung angelastet. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mann damit zehn bis 20 Jahre Haft.

Home Invasion-Albtraum für Juwelierfamilie

Der Überfall fand am Maria-Himmelfahrts-Tag, dem 15. August 2019 statt. (wir berichteten https://derjuwelier.at/aktuell/nadler-ueberfall/) Drei maskierte Männer stiegen über eine offene Balkontür ins Haus ein, bedrohten das Juweliersehepaar mit einer Pistole und fesselten die beiden. Die zwei Kinder und eine weitere Frau, die sich ebenfalls im Haus aufhielten, nahmen die Räuber als Geiseln. Die Täter legten in dem Haus zudem ein Feuer, das großen Sachschaden verursachte. Dann zwangen sie die 35-jährige Ehefrau, aus dem Geschäft in der Linzergasse in der Salzburger Innenstadt teuren Schmuck zu holen.

Die Ermittler werteten nach dem Überfall über 500 Stunden lang Überwachungsvideos vom Haus der Juweliersfamilie aus. Dabei bemerkten sie, dass die Tatverdächtigen bereits fünf Tage davor das Anwesen der Familie als Mountainbiker getarnt ausgekundschaftet hatten. Im Wald, im Wohnhaus und im Fluchtauto wurde die DNA des 42-Jährigen gefunden.