Warum die Smartwatch zum Juwelier gehört

Einer der Schwerpunkte unserer aktuellen Printausgabe ist das Thema Smartwatch.  Ein Beispiel für die erfolgreiche Platzierung von Smartwatches ist Samsung. Wir trafen Johann Perktold von Tresetra, der gleich zwei klingende Namen aus dem Smartwatch-Universum im Sortiment führt, zum Interview.


Johann Perktold war einer der Smartwatch-Pioniere in Österreich, als er vor vier Jahren mit Samsung an den Start ging. Ende Februar feierten die Samsung Galaxy Watch Active und die neuen kabellosen Kopfhörer mit einem großen Event in San Francisco Premiere. Zeit für einen Rückblick. Wir sprachen mit ihm über das Potenzial von Smartwatches, über die Akzeptanz beim Fachhandel und warum auch die neuen Earbuds zum Juwelier passen.

DERJUWELIER.at: Herr Perktold, wo befinden wir uns gerade auf der Reise des Juweliers in Richtung Smartwatch?

Johann Perktold: Wir befinden uns in der Phase des Wachstums und der Akzeptanz am P.O.S. Wir merken dies ganz stark an der Nachfrage der Juweliere – sie wollen sich dem Thema stellen.

DJ: Sind Sie zufrieden mit den Juwelieren und ihren Verkaufszahlen?

JP: Ja, sehr sogar. Die Tendenz der vergangenen drei Jahre ist sehr gut. Es gibt viele Juweliere, die nachfragen und sich dem Trend anschließen wollen. Und es spricht sich in der Branche herum, dass man mit Smartwatches gute Umsätze erzielen und neue Kunden gewinnen kann.

DJ: Wie hat sich Samsung im Fachhandel im letzten Jahr entwickelt?

JP: Wir haben in den letzten zwölf Monaten eine hervorragende Entwicklung gehabt, was auch mit dem Fokus, den Samsung auf das Thema Smartwatch gelegt hat, zu tun hat. Immerhin haben wir im letzten Jahr sieben neue Modelle lanciert – für Samsung eine wahre Revolution. Waren es doch bislang lediglich drei Modelle pro Jahr.

DJ: Warum gehören die Smartwatches von Samsung zum Juwelier?

JP: Vor rund 100 Jahren hatten viele die Meinung, dass man keine Armbanduhr benötigt – Taschenuhren sind doch mehr als ausreichend. Vor rund 50 Jahren waren auch wieder viele der Meinung, dass die Quarzuhr nicht in Uhrenfachgeschäfte gehört und nicht zu Uhrmachern passt. Genauso ist es heute, wo noch immer einige denken, dass Samsung High Tech Smartwatches nicht in den Uhrenhandel gehören. Dies wird meist mit Unwissenheit und falschen Argumenten dargelegt. Doch auch der Juwelier sollte vorausblicken. Wer aus der Vergangenheit nicht lernt, wird die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht mitgestalten.

DJ: Welche Juweliere sind in diesem Segment erfolgreich?

JP: Ich glaube, dass es wichtig ist, dem Kunden gegenüber authentisch aufzutreten und eine Aussage nach außen zu treffen. Nur die vermutlich einfachen Dinge zu machen, interessiert den Konsumenten nicht mehr. Sortimente mit unterschiedlichen Marken x-fach zu belegen führt ebenso nicht zum Erfolg. High Tech Smartwatches von Samsung sind eine Bereicherung für den Uhrenfachhandel und führen durch Markenbekanntheit und Innovation immer zum Erfolg.

DJ: Sie vertreiben nun seit vier Jahren Samsung-Uhren in Österreich. Wie sieht Ihr Resümee aus? Wie aufgeschlossen ist der Fachhandel im Jahr 2019?

JP: Vor vier Jahren haben wir davon gesprochen, dass die Smartwatch die Zukunft ist – die Zukunft ist nun Gegenwart! Damals hat man noch nicht an die High Tech Smartwatch gedacht bzw. hat diese noch ignoriert. Heute sind wir mit der Firma Tresetra Samsung Uhrendistributor. Parallel dazu hat unser zweites Familienunternehmen, die max. GmbH, innerhalb von nur 2 ½ Jahren eine fulminante Entwicklung mit Garmin hingelegt. Mit diesen Marken sind wir natürlich eine absolute Größe in diesem Produktbereich und sehen uns noch lange nicht am Ende dieser Entwicklung

Allerdings müssen wir uns als Branche von unserem „Margen-Denken“ kaufmännisch hin zu einem „Umsatzdenken“ entwickeln und auch Waren und Marken führen, die den Konsumenten bewegen, und nicht nur nach Marge und Lieferanten das Sortiment definieren.