Swarovski – Stellenabbau wird konkret

Gerade im 125. Jubiläumsjahr begann bei Swarovski in Wattens dieser Tage der Abbau von 1000 Arbeitsplätzen.


Mit Informationsschreiben an die betroffenen Mitarbeiter hat Swarovski diese Woche die Umsetzung des Abbaus von 1000 Arbeitsplätzen in Wattens begonnen. Ab 20. Oktober sollen dann die Betroffenen in persönlichen Gesprächen informiert werden. Die Kündigungsfristen laufen ab 1. Jänner 2021, die formelle Beendigung des Dienstverhältnisses soll erst das Gespräch in der Personalabteilung ab Ende Oktober einleiten.

Wie bereits berichtet, will der Konzern in einem „Transformationsprozess“ noch heuer am Standort Wattens 1.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Konzern nennt das „Anpassungsmaßnahmen“. So soll es in einer internen Information an die Belegschaftstehen.

Für die 1000 vom Jobabbau betroffenen Swarovski-Mitarbeiter sollen 300 Jobangebote von Firmen eingelangt sein. 130 Betroffene gehen in Pension. 200 Stellen wurden bereits im Frühjahr gestrichen, noch einmal 600 Stellen sollen 2021/2022 folgen. Bis Ende 2021 sollen nur mehr 3.000 Menschen in Wattens beschäftigt sein. „Die Sorge ist, dass es danach noch weitergeht“, sagte Betriebsrätin Selina Stärk in einem Interview mit dem KURIER.

Eine aus Land Tirol, Swarovski und Sozialpartnern zusammengesetzte Taskforce hatte im August unter anderem eine vom Land erweiterte Arbeitsstiftung auf 500 Plätze sowie einen verlängerten Sozialplan bis Ende 2021 beschlossen. Der Sozialplan war mit 60 Mio. Euro dotiert. Das Unternehmen werde zudem weitere 25 Mio. Euro aufwenden, hatte es geheißen.

350 Swarovski-Mitarbeiter nahmen Anfang September bei einer "Mahnwache" gegen den geplanten Stellenabbau teil. Foto: KURIER

Bleibt Unternehmenssitz in Wattens?

Ein Teil der Gesellschafter und Mitarbeiter fürchtet noch immer, dass die Zentrale des internationalen Konzerns von Wattens an den Schweizer Unternehmenssitz wandern könnte. In einer Stellungnahme gegenüber der APA hieß es zur geplanten Strukturreform: „Wattens wird weiterhin Stammsitz sowie Herz und Hirn von Swarovski bleiben und das Unternehmen zu einem führbaren, integrierten Konzern reformiert. Der Reformzug fährt weiter. So hat der Reformprozess eine über 80-prozentige Zustimmung seitens der Gesellschafter erhalten.

Konzernchef Robert Buchbauer hält am Kurs fest

Auch nach starker Kritik einzelner Gesellschafter des Familienclans will die Konzernleitung mit CEO Robert Buchbauer an der Strukturreform und am Mitarbeiterabbau festhalten und verordnete Mitgliedern und Beirat lt. orf.tirol zudem auch gleich neue Kommunikationsrichtlinien, lt. derer alle Kommunikationsmaßnahmen über die geplante Strukturreform sowie über aktuelle oder vergangene Geschäftsaktivitäten künftig abzustimmen seien.

So wird auch der Plan Buchbauers, sich „vom Massenmarkt zu verabschieden und sich künftig auf das obere Marktsegment zu konzentrieren“ von einigen Familienmitgliedern und Mitarbeitern kritisch gesehen. „Wer hat jetzt Geld für Luxus?“, fragt etwa Betriebsrätin Selina Stärk.