Platin-König Georg Bunz ist tot

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Die Branche trauert um Schmuck- und Uhrendesigner Georg Bunz. Er starb mit 82 Jahren im Kreise seiner Familie.


Es war Georg Bunz, der mit seinen Kreationen dem Edelmetall Platin einst zum Durchbruch verhalf und ein Stück Schmuckgeschichte schrieb. Das Atelier Bunz in Pforzheim wurde bereits 1975 gegründet – noch bevor Platin in Deutschland überhaupt eine Rolle spielte. Seit dieser Zeit ist die Geschichte von Platinschmuck eng mit dem Namen Bunz verbunden. Es war der Künstler Georg Bunz, der die Welt des Platinschmucks spürbar prägte.

Georg Bunz verlieh seinem Schmuck eine unverwechselbare klare Formensprache, in die Moderne übersetzt durch die Kombination mit Diamanten mit außergewöhnlichen Schliffen, aufregenden Farbsteinen und neuartigen Fassarten. Er sagte einmal: „Einzigartiges zu schaffen ist für mich wie eine Sucht!”

Mitte der 1980er Jahre entdeckte Georg Bunz auch die Uhrenwelt für sich. Kurz darauf versetzte er die Fachwelt in Erstaunen mit ersten Zeitmessern seines Unternehmens Bunz Montres in der Schweiz. Neben den Zeigern ließ Georg Bunz einen großen Diamanten zwischen Uhrglas und Zifferblatt schweben. Es war das Zusammenspiel aus unverwechselbarem Bunz’schem Design und modernster Uhrentechnik, das Uhrenliebhaber auf der ganzen Welt begeisterte.

Anfang der 90er Jahre widmete sich Georg Bunz auch uhrmacherischen Komplikationen. 1993 präsentierte das Atelier die erste Moontime I. Ihre dreidimensionale Mondphasenanzeige war zu dieser Zeit die exakteste der mechanischen Armbanduhrenwelt.

Dann die schmerzhafte Zäsur für Georg Bunz: Seine renommierte Schmuckmanufaktur mit 30 Mitarbeitern musste 2009 beim Amtsgericht Tübingen Insolvenzantrag stellen. Gestiegene Platinpreise waren laut Georg Bunz Auslöser einer Liquiditätskrise. Nicht betroffen von dem Insolvenzantrag war die Firma Deco Art by Bunz, die heute von Micha Bunz, dem Sohn des Platin-Königs geleitet wird. Doch Georg Bunz ließ sich nicht unterkriegen, machte als Bunz Design weiter und war erfolgreicher denn je. Sein charakteristischer Platinschmuck eroberte fortan auch Japan, die USA und reiche Golfstaaten. Seinen Antrieb, seine Motivation zog Georg Bunz dabei stets aus der Überzeugung: „Das beste Design habe ich noch nicht gemacht!” Dennoch blieb ihm ein zweiter Schicksalsschlag nicht erspart: 2016 musste der Künstler erneut Insolvenz anmelden. Seither lebte er zurückgezogen in seinem Heimatort Dobel.

Mit Georg Bunz hat ein ganz Großer die Uhren- und Schmuckbühne verlassen!