Juwelier-Mord in Wien: Großfahndung nach drei Tätern

Passanten entdeckten den leblosen Körper des Mannes in seinem Juweliergeschäft in Wien Landstraße. Der Mann ist laut Polizei einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Das Opfer ist 74 Jahre alt, es soll sich um einen der Teilhaber handeln.


Der 74-jährige Mann lag am Mittwochnachmittag schwer verletzt im Bereich der Eingangstür, als er von zufällig vorbeigehenden Passanten entdeckt wurde. Die sofort herbeigerufene Berufsrettung konnte allerdings nichts mehr für den Juwelier tun, Wiederbelebungsversuche verliefen ergebnislos. Der Geschäftsmann wurde schließlich  kurz nach 16 Uhr offiziell für tot erklärt.

Er erlag massiven Kopf- und Oberkörperverletzungen, die vermutlich durch ein Messer zugefügt worden sind. Ob der Mann auch Schläge erlitt, wird durch eine Obduktion am Donnerstag geklärt, sagte Polizeisprecher Marco Jammer der APA.

© Bild: Birgit Seiser

Das Vorgehen mit zwei Waffen spricht für mehrere Täter. Zeugen wollen auch eine Gruppe gesehen haben, die eilends das Geschäft  in der Landstraßer Hauptstraße  verlassen haben dürfte. Offenbar geht man derzeit von drei Tätern aus, ist aus Ermittlerkreisen zu hören. Eine Täterbeschreibung gibt es allerdings noch nicht.

Die Spurensicherung war auch am Donnerstag am Tatort und versuchte, den Tathergang zu rekonstruieren. Die Frage ist, ob der Juwelier im Zuge eines Raubes getötet wurde. Ob etwas in dem Geschäft fehlt, war am Vormittag noch unklar. Die Polizei ermittelt zunächst wegen des Verdachts des Mordes.

Bisher haben die Ermittler keine Zeugen des unmittelbaren Tatgeschehens ausfindig machen können, was angesichts der belebten Landstraßer Hauptstraße und des nahen Bahnhofes Wien-Mitte verwunderlich ist.

Offiziell bestätigt wurde vorerst nur, dass der oder die Täter erhebliche Gewalt angewendet haben und es offensichtliche Verletzungen gab. Näheres wird die in diesen Fällen übliche gerichtsmedizinische Obduktion ans Tageslicht bringen.

Überprüft wird bei derartigen Ermittlungen allerdings auch immer das Umfeld des Opfers. Laut Bilanzen dürfte das Juweliergeschäft jedenfalls nicht zu den großen Playern gehört haben, zu lesen ist dort von Umsätzen im fünfstelligen Bereich pro Jahr.

Beteiligt an dem Geschäft waren insgesamt sechs Personen. Bis 1992 war die Filiale des Geschäfts in der Thaliastraße in Wien-Ottakring.

Quelle: Kurier & derstandard.at