Hirsch im Visier

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Diesen Sommer gingen in den Diskussionsforen der Branche die Wogen hoch. Die Kritik der Facebook-Gruppe von „Blickpunkt Juwelier“ entzündete sich am neuen Schnellwechselsystem. Im Kern geht es aber um die Frage, ob Hirsch weiterhin zum Fachhandel steht.


Stein des Anstoßes war Anfang August das neue Anstoßsystem „Quick-Release“ von Hirsch. Ein Juwelier der Facebook-Gruppe fragte, ob er der einzige sei, der Probleme mit dem Selbstwechsel-Mechanismus habe. Die Reaktionen der Kollegen kamen schnell, zahlreich und die Diskussion weitete sich immer mehr aus.

Auf der „Positiv-Seite“ der Kommentare standen vor allem zwei Punkte. Zum einen wird die Qualität  gelobt. Viele Juweliere berichteten von geringen Problemen in teils jahrzehntelanger Zusammenarbeit. Hirsch ist Weltmarktführer bei hochwertigen Uhrenarmbändern und hat die komplette Kontrolle in allen Qualitätsangelegenheiten. Zweiter Punkt ist der Außendienst. Er würde sich nach „besten Kräften“ bemühen, schreibt ein Juwelier. Ein weiterer berichtet von großer Kulanz bei Problemen. Allerdings berichten auch zahlreiche Juweliere, keinen Besuch des Außendienstes mehr zu bekommen und man aufgefordert werde, online zu bestellen.

Aktueller Aufreger war das Hirsch Quick-Release-System. Juweliere bemängeln, dass die Ansätze nicht immer passen und die Stege dann kaum zu wechseln seien. Probleme bereiten vor allem Spezial-Ansätze, etwa bei eng anliegenden Gehäusen oder gebogenen Federstegen.

Bemängelt wird auch die Preisauszeichnung. Nach Angaben der Juweliere sind die Bänder nicht mehr einzeln an der Ware ausgezeichnet, sondern es gibt ein Preisblatt. Weiter wird bemängelt, dass es vor allem bei Damenbändern einige Längen nur in L gibt, das Anfertigen einer M-Größe sehr teuer sei. Insgesamt, so zahlreiche Juweliere, würden die Preise permanent steigen, die Margen aber sinken. Neben den Kritikpunkten am Produkt bringt einige Juweliere die neue Unternehmensstruktur auf die Palme. Was sie erzürnt: Die junge Hirsch-Generation habe nur den Direktvertrieb im Auge und vernachlässige den Juwelier.

Robert Hirsch kontert

Auf diese hitzige Facebook-Debatte hat Robert Hirsch rasch mit einem Statement reagiert. „Ich bin sehr stolz darauf, dass meine Söhne Nikolaus und Matthäus bereits in der 9. Generation im Unternehmen mitarbeiten und sich mit ihren innovativen Ideen und ihrer Leidenschaft täglich aufs Neue einbringen. Dass meine Söhne sich in den Sozialen Medien und im E-Commerce als Digital Natives bewegen, kann ich nur begrüßen. HIRSCH steht zu seiner Strategie, sowohl die Uhrenindustrie, als auch den Fachhandel mit hochwertigen und innovativen Armbändern für Uhren zu versorgen. Die lange Firmengeschichte zeigt, dass wir unsere Kunden sehr ernst nehmen und den Fachhandel als einer unserer geschätzten Kunden und Partner stets unterstützen. Der eigene Webauftritt schafft beim Konsumenten sowie bei unseren Kunden Vertrauen und stärkt die Marke.“

Robert Hirsch zum Thema Außendienst:

„Mit unseren digitalen Möglichkeiten wollen wir unsere Partner unterstützen. Aus diesem Grund gibt es seit einigen Jahren unsere HIRSCH-Webboutique (B2B Plattform), die dem Fachhandel dazu dient, Lagerbestände gering zu halten. Außerdem ermöglicht die Webboutique dem Händler, einfach und schnell Bestellungen aufzugeben, wenn er Produkte zwischen den Besuchen unseres Außendienstes benötigt. Im Übrigen haben wir den Außendienst weltweit nicht reduziert. Im Gegenteil: Wir suchen aktuell Mitarbeiter.“

Robert Hirsch zum Thema Preisauszeichnung:

Die Preisauszeichnung auf den einzelnen Produkten wegzulassen, basiert auf dem Wunsch der Fachhändler. Ziel ist, ihnen noch mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung geben zu können.

Robert Hirsch zum Thema Fachhandelstreue:

Wir haben exklusiv für den Fachhandel Armbänder ohne Schnellwechselmechanismus im Sortiment. Außerdem bieten wir Maßanfertigungen an, die auf den Wunsch des Kunden zugeschnitten sind.

Einen spannenden Kommentar zum Thema “Hirsch” von Uhrmachermeister Hans Mikl lesen Sie in unserer aktuellen Printausgabe.