Vor Kurzem wurde bekannt, dass es die Viennatime heuer nicht geben wird. Was steckt hinter der Auszeit? Ist Österreich zu uninteressant?


„Die Veranstaltung nimmt sich eine Auszeit und wird 2018 mit einem neuen Konzept zurückkehren“, ist auf der Homepage der Viennatime zu lesen. Bereits zur 16. Auflage im vergangenen Jahr waren die Vorzeichen nicht besonders rosig. Die Uhrenindustrie hatte bereits zu dieser Zeit stark zu kämpfen und den Veranstaltern fiel es sichtlich schwer attraktive Aussteller für die Messe zu finden. Neben einem Besucherrückgang 2016 musste die Viennatime bereits seit 2014 Rückschläge einstecken. Auch der Umzug in die exklusive Location, dem Luxushotel Park Hyatt, im selben Jahr brachte nicht den erwünschten Erfolg. Schon 2015 waren fast alle Richemont-Marken nicht mehr in Wien vertreten. Und auch im vergangenen Jahr dezimierte sich die Ausstellerliste.

War es die eigene Konkurrenz in München, die der Messe schadet? Schließlich ist der Weg von Wien nach München nicht so weit – und bereits von Beginn an konnte die Lage in Deutschland viel mehr Anbieter anlocken als Wien. Was wahrscheinlich auch daran liegt, dass viele Uhrenhersteller Österreich nicht als eigenständiges Land, sondern als „kleiner Bruder“ von Deutschland ansehen – zumindest marketingtechnisch. Denn – so zeigt ein Beispiel einer großen Uhrenmarke – von 2,4 Mio. Euro Werbeetat im Jahr werden nur 60.000 Euro davon in Österreich ausgegeben. Wird als nächstes an den Stuhlbeinen der österreichischen Vertriebsniederlassungen gesägt?