Alle Jahre wieder ... präsentiert Apple im September seine Neuheiten. Dieses Mal mit dabei: die  Apple Watch 3. Der große Coup der neuen Generation ist eine Mobilfunk-Variante mit eSIM – und somit die autarke Verwendung vom iPhone – zumindest in einigen Ländern. Warum aber sorgt das in der Schweiz für hohe Wellen?


Der Auftakt der großen Apple-Show im September war die neue Smartwatch-Generation des Elektronikriesen. Die Gerüchte haben sich bestätigt – die Apple Watch Series 3 kommt dieses Mal in zwei Varianten – einmal als „GPS“- und einmal als „GPS +Cellular“-Variante mit eSIM. Damit kann die Uhr ohne Smartphone LTE- und UMTS-Verbindungen herstellen. So können Nutzer auch ohne iPhone Anrufe ausführen, Musik streamen und Nachrichten beantworten. Dabei sollen nun auch Drittanbieter-Apps unterstützt werden.

Die eSIM wird wohl nicht mit jedem Anbieter funktionieren und auch nicht in jedem Land. Österreich zum Beispiel muss wohl noch auf die Neuerung warten – aber der Launch zeigt, in welche Richtung Apple in Zukunft geht.

Apple Watch 3: Akkulaufzeit bleibt gleich

Der wohl größte Schwachpunkt ist geblieben: die Akkulaufzeit. Wie beim Vorgänger, der Series 2, wird man auch hier nicht auf längere Nutzungsdauer als 18 Stunden hoffen dürfen. Die 18 Stunden sind laut Apple im Nutzungsmix möglich. Je nach Verwendung variieren die Laufzeiten von zehn Stunden im Musik- oder Sportmodus, fünf Stunden beim Sportmodus mit GPS und gar vier Stunden beim Sportmodus mit GPS- und LTE-Nutzung. Wer mit der Apple Watch telefonieren will, kann mit drei Stunden Sprechzeit rechnen, wenn die Verbindung über das iPhone läuft, und mit einer Stunde, falls die Uhr die Telefonverbindung selbst herstellt.

Kompatibilität: nur Apple

Ebenfalls gleich geblieben ist die Kompatibilität. Denn trotz eSIM setzt Apple weiterhin auf das iPhone als einziges kompatibles Smartphone. Die „GPS“-Variante funktioniert mit iPhones ab 5S, die „GPS+Cellular“-Variante mit iPhones ab Generation 6. Preislich bleibt sich Apple in etwa treu. Die „GPS+Cellular“-Variante mit LTE liegt bei 449 Euro aufwärts (Edelstahl ab 649 Euro, Keramik ab 1.399 Euro) und die „GPS“-Variante ohne LTE gibt es ab 369 Euro.

Launch schlägt hohe Wellen in der Schweiz

Dass Apple längst auch im Uhrensektor zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten geworden ist, zeigt die Tatsache, dass kurz nach der Präsentation der neuen Apple Watch-Generation die Swatch Group-Aktie um 3,2 Prozent verloren hat. Beobachter befürchten nun, dass die Apple Watch damit erst recht zu einer Alternative zu einer herkömmlichen Uhr werden könnte. Betroffen wären dann insbesondere das für die Swatch Group wichtige Tiefpreissegment, meinen Experten. „Dass die neue Apple Watch unabhängig vom iPhone ist, hat das Potenzial zum Game-Changer zu werden. Es ist ein Kampf ums Handgelenk in Sachen hervorragender Funktionalität versus einer einfachen Quarzuhr. In vielen Fällen wird die Quarzuhr verlieren“, sagt Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux.